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Vor- und Nachteile von Remotearbeit

Alina Krüger

Alina Krüger

Online Marketing

Welche Vor- und welche Nachteile für wen überwiegen, hängt von vielen Faktoren ab. Wir wollten es genauer wissen und haben das Phänomen Remotearbeit sowohl aus Unternehmens- als auch aus Mitarbeiterperspektive beleuchtet. Hier kommen unsere Ergebnisse!

Was ist Remote work?

Remote Work wird häufig mit Homeoffice gleichgesetzt. Doch während Homeoffice wörtlich das Arbeiten von zu Hause meint, umfasst „remote“ alle ortsunabhängigen Arbeitsformen. Wer remote arbeitet, muss sich nicht zwingend an den eigenen Schreibtisch in den vier Wänden setzen; es kann genauso gut ein Coworking Space sein, eine Ferienwohnung in Spanien, ein Zug auf einer längeren Reise oder sogar eine Strandhütte auf Bali. Alles, was es braucht, ist eine zuverlässige Internetverbindung – und natürlich die richtigen Tools, um digital effizient zu kommunizieren.

Hinweis: Viele Unternehmen setzen nicht allein auf 100 % Remote. Hybrid-Modelle (ein Teil im Büro, ein Teil aus dem Homeoffice) sind besonders beliebt, weil sie den Teamzusammenhalt fördern und zugleich die Vorteile des flexiblen Arbeitens bieten.

Remote work: Warum und für wen?

RBerufe mit digitalem Schwerpunkt

Am besten funktioniert Remote Work dort, wo Arbeitsprozesse bereits digital abgebildet werden. Typische Beispiele sind:

  • Software-Entwicklung (Programmierer*innen, DevOps, QA)
  • (Web-)Design (Grafik, UX/UI, Branding)
  • Redaktion und Content Creation (Blogartikel, Social Media, SEO)
  • Online-Marketing (SEA, Affiliate, E-Mail-Marketing, Performance)
  • Kundenservice per Telefon, Chat oder Videokonferenz
  • Online-Coachings und Beratungstätigkeiten (z. B. Consulting oder Psychologische Beratung online)
  • Projektmanagement (Team- und Ressourcenplanung, Reporting)
  • Eventmanagement (digitale Eventplanung, virtuelle Messen)

Für wen lohnt sich Remote Work?

  • Angestellte: Wenn ihre Rolle nicht zwingend tägliche Präsenz erfordert. Oft bieten Unternehmen hybride Optionen: zwei, drei Tage vor Ort, den Rest remote.
  • Freiberufler*innen: Viele Freelancer*innen arbeiten ohnehin projektbasiert und können Kunden weltweit bedienen.
  • Digitale Nomaden: Die „Freigeister des Internets“ reisen um die Welt und arbeiten dort, wo es ihnen gerade gefällt.

Lockdown-Learnings: Mehr geht als gedacht

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Berufe, die bisher als „undenkbar“ für Homeoffice galten, doch in Teilen remote ausgeübt werden können. Lehrkräfte gaben Fernunterricht via Skype oder Zoom, Unternehmen hielten virtuelle Konferenzen ab und aus einem „undenkbaren“ Modell wurde schnell eine praktische Notlösung.

Natürlich stößt Remote Work in manchen Bereichen an Grenzen (z. B. Handwerk, Pflege, Kinderbetreuung). Dennoch steht fest: Ein digitaler Anteil ist in sehr viel mehr Branchen möglich, als man früher angenommen hat.

Zusammenarbeit

Die Vorteile von Remotearbeit im Überblick

1. Freiheit und Selbstbestimmung

Für viele Menschen liegt der größte Vorteil von Remote Work in der Freiheit, das Arbeitsumfeld selbst zu bestimmen. Ob zu Hause am eigenen Schreibtisch, unterwegs in einem Café oder im Ausland – man kann prinzipiell arbeiten, wo man möchte. Das schafft völlig neue Lebens- und Arbeitsmodelle:

  • Workation: Eine Mischung aus „Work“ und „Vacation“, bei der man an schönen Orten Urlaub und Arbeit kombiniert.
  • Ortsunabhängiges Familienleben: Wenn etwa beide Eltern digitale Jobs haben, können sie zeitweilig in anderen Ländern leben oder näher an Angehörigen wohnen.

2. Weniger Stress und mehr Work-Life-Balance

  • Keine Pendelei: Wer täglich zwei Stunden im Stau steht, gewinnt bei Remote Work plötzlich viel Zeit. Auch das Gedränge in Bus und Bahn entfällt.
  • Flexiblere Zeiteinteilung: Gerade im Homeoffice kann man sich Pausen freier einteilen. Viele schätzen es, morgens ein bisschen länger zu schlafen oder mittags in Ruhe zu kochen.
  • Bessere Konzentration: Manche Menschen fühlen sich zu Hause wohler als in einem Großraumbüro. Weniger Lärm und Unterbrechungen wirken sich positiv auf die Produktivität aus.

3. Produktivität und Effizienz

Studien zeigen, dass Remote-Teams in vielen Fällen effizienter arbeiten. Ohne den „Flurfunk“ und häufige Ablenkungen durch Kolleg*innen schaffen sie oft in kürzerer Zeit mehr. Gleichzeitig bietet Remote Work die Chance, den eigenen Tagesrhythmus optimal zu nutzen: Wer frühmorgens produktiver ist, legt dann den Fokus auf die wichtigsten Tasks – wer eher ein „Nachtmensch“ ist, arbeitet später.

4. Familienfreundlichkeit und Inklusion

  • Eltern und Pflegende: Gerade für Menschen mit Kindern oder Pflegeaufgaben ist es ein Segen, zeitlich und räumlich flexibel zu sein.
  • Barrierefreiheit: Menschen mit eingeschränkter Mobilität können in einer geeigneten Umgebung arbeiten, ohne Pendeln und Büroarchitektur meistern zu müssen.

5. Kostensenkung für beide Seiten

  • Unternehmen: Sparen teils Büromiete, Strom- und Heizkosten sowie Einrichtung. Sie können kleinere Standorte betreiben oder ganz auf Coworking Spaces setzen.
  • Mitarbeiter*innen: Fahrtkosten, Ausgaben für schnelle Snacks oder Kantinenessen entfallen. Wer sein Arbeitszimmer steuerlich absetzen kann, profitiert zusätzlich.

6. Internationales Recruiting und Kollaboration

Remote Work ermöglicht es, Talente weltweit einzustellen. Ein Unternehmen aus Deutschland kann ohne Weiteres mit Fachkräften aus Portugal, Südamerika oder Asien zusammenarbeiten. Diese globale Kollaboration fördert auch den interkulturellen Austausch und steigert die Innovationskraft.

7. Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Weniger Pendelverkehr, weniger CO₂-Ausstoß und geringerer Energiebedarf im Büro sprechen für Remote Work. Natürlich gilt das nur, solange man sich nicht ständig in Flugzeuge setzt, um an exotischen Orten zu arbeiten.

8. Neue Wertschätzung für Team-Events

Wo man sich nicht täglich sieht, gewinnen persönliche Treffen, Workshops oder Sommerfeste an Bedeutung. Statt Routinebesprechungen wird ein Vor-Ort-Meeting zum Highlight, bei dem man wieder direkte Interaktion spürt und gemeinsam kreativer arbeiten kann.

Remote-Arbeit-Sonnenuntergang

" Die digitale Work-culture der Unternehmen kann und sollte einen Rahmen dafür schaffen, damit jede*r Einzelne das richtige Maß für sich finden und nutzen kann."

Die Nachteile von Remotearbeit im Überblick

1. Self-Management und Motivation

Die fehlende Trennung zwischen Beruf und Privatleben kann zum Problem werden. Manche Menschen struggeln mit Prokrastination, weil sie im Homeoffice leicht abgelenkt werden (Haushalt, Kinder, Haustiere) oder sich schwer disziplinieren können. Gleichzeitig ist übermäßiges Arbeiten („Always on“) für viele ein Risiko: Statt weniger zu arbeiten, verschwimmt die Grenze zwischen Job und Freizeit.

2. Soziale Isolation

Ein Büro ist mehr als nur ein Arbeitsplatz. Es ist ein sozialer Treffpunkt, an dem wir Kontakte knüpfen, Ideen austauschen und gemeinsam Erfolge feiern. Wer tagelang allein am Küchentisch sitzt, läuft Gefahr, sich einsam zu fühlen. Gespräche auf dem Flur oder die gemeinsame Mittagspause sind nicht zu unterschätzen, wenn es um das „Wir-Gefühl“ im Team geht.

3. Unternehmenskultur und Team-Building

Gemeinsame Werte, Zusammenhalt und Teamgeist lassen sich über Zoom & Co. schwieriger aufbauen. Besonders Onboarding neuer Kolleg*innen wird komplexer, wenn man sie nicht persönlich in den ersten Tagen begleiten kann. In vielen Unternehmen entsteht ein zusätzlicher Aufwand, virtuelle Team-Events und Workshops zu gestalten, damit alle sich wirklich als Teil des Ganzen empfinden.

4. Höheres Arbeitspensum

Obwohl Remote Work zeitliche Freiheit suggeriert, arbeiten viele Remote-Beschäftigte tatsächlich mehr. Sie sind gefühlt immer erreichbar und nehmen ihre Arbeit nicht selten mit ins Wochenende. Das kann zu Burnout-ähnlichen Zuständen führen, wenn keine klaren Grenzen und Kommunikationsregeln definiert sind.

5. Arbeitsatmosphäre und Ablenkung

So vorteilhaft es ist, flexibel zu sein – wer zu Hause Kinder, Mitbewohner*innen oder eine laute Umgebung hat, kann schnell an die Grenzen stoßen. Auch technische Probleme (schwaches WLAN, fehlende Infrastruktur) wirken sich negativ auf die Produktivität und die Motivation aus.

6. Längere Kommunikationswege

E-Mail, Chat, Videokonferenz – digitale Kommunikation kann effizient sein, erfordert aber Disziplin und ein gewisses Gespür für „Netiquette“. Was man im Büro zwischen Tür und Angel klärt, braucht remote unter Umständen mehrere Nachrichten. Verschiedene Zeitzonen innerhalb eines Teams können das Problem noch verschärfen.

Tipp: Eine klare Remote-Policy mit definierten Kernarbeitszeiten, regelmäßigen Meetings und abgestimmten Tools (z. B. Slack, MS Teams, Asana, Trello) ist Gold wert, um Informationsflüsse zu beschleunigen und Chaos zu vermeiden.

Remote oder vor Ort – die Mischung macht’s

Ob Remote Work auf Dauer funktioniert, hängt stark von den individuellen Bedürfnissen und von der jeweiligen Unternehmenskultur ab. Viele Betriebe setzen inzwischen auf hybride Modelle, da sie die Vorteile beider Welten vereinen:

  • Gemeinsame Präsenztage für wichtige Meetings, Team-Building, Workshops und soziale Aktivitäten.
  • Remote-Phasen für konzentriertes Arbeiten, flexible Zeiteinteilung oder ortsunabhängiges Leben.

Gerade das Thema Remote Leadership gewinnt an Bedeutung: Führungskräfte müssen lernen, Teams auf Distanz zu motivieren, Konflikte frühzeitig zu erkennen und eine respektvolle, vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. Gleichzeitig darf der persönliche Kontakt nicht zu kurz kommen, damit sich das Team als Einheit versteht.

Fazit: Wie Unternehmen und Mitarbeitende profitieren

Remote Work ist längst mehr als ein Trend – es ist Teil einer neuen Arbeitskultur, in der Flexibilität, Selbstbestimmung und digitale Kompetenz zentrale Rollen spielen. Unternehmen, die ihre Prozesse entsprechend anpassen, profitieren von zufriedeneren Mitarbeiter*innen, einem größeren Talentpool und möglicherweise sogar von Kosteneinsparungen.

Die Praxis zeigt:

  • Es braucht durchdachte Konzepte für das Onboarding und die Team-Kommunikation - auch digital
  • Ein gutes Gleichgewicht zwischen digitalen und persönlichen Kontaktpunkten ist entscheidend, um soziale Isolation zu verhindern.
  • Klare Absprachen zu Erreichbarkeit und Arbeitszeiten schützen alle Beteiligten vor Überlastung.

Am Ende gibt es kein „One-size-fits-all“-Modell. Jede Organisation und jede Einzelperson hat unterschiedliche Anforderungen und Ziele. Remote Work kann jedoch ein wesentlicher Hebel sein, um Fachkräfte zu binden und die Arbeitswelt humaner, flexibler und ressourcenschonender zu gestalten – wenn man die damit verbundenen Herausforderungen aktiv angeht.

Neugierig, wie wir bei Ambient Remote Work leben?

Bei uns trifft Digitale Expertise auf eine agile Unternehmenskultur, in der Teamspirit und Eigenverantwortung Hand in Hand gehen. Wir teilen unsere Erfahrungen und Learnings regelmäßig hier im Blog, zum Beispiel:

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