App-Entwickler Stefan im Interview

5 Fragen an einen App-Entwickler

Wir alle nutzen Sie jeden Tag: Applikationen. Kurz: Apps.
Geschmiedet wird diese Anwendungen für unsere mobilen Endgeräte von App-Developern.
Wir haben uns einen von ihnen für ein kleines Interview herausgepickt.
Diesmal: Stefan

Stefan entwickelt Apps bei Ambient. Wie er zur Software-Entwicklung kam und was ihn daran fasziniert erfahrt ihr im Interview.

Wie bist du zur App-Entwicklung gekommen?

Ich wollte einfach mit 15 meine eigene Website haben und damit fing das Interesse an der digitalen Entwickler-Welt an. Mich hat es interessiert wie das alles funktioniert, die Entwicklung, Server, Domains. Aber was mich wirklich an der Entwicklung begeistert und was mich mit 15 auch dazu gebracht hat, ist, dass man Produkte erschaffen kann, die andere Menschen nutzen - einfach über die eigene Tastatur am Laptop. Das alles ohne Kosten und mit dem eigenen Wissen. So habe ich immer wieder an kleineren Projekten gearbeitet und verschiedene Technologien ausprobiert.

App-Entwickler Stefan bei der Arbeit

Welches Tool benutzt du am meisten?

Die Anzahl meiner Tools halte ich gern übersichtlich. Mein täglich Brot ist Typescript. Kein Tool in dem Sinne, aber doch mein Werkzeug, um die Apps zu programmieren.

Als IDE (Integrated Development Environment), also der Software für die Anwendungsentwicklung benutze ich mittlerweile am liebsten Visual Studio Code und ansonsten geht ja viel über die Konsole mit dem Klassiker unter den Editoren, Vim.

Nicht mehr wegzudenken ist der Passwortmanager. Da habe ich mich für Bitwarden entschieden. Die Anzahl an Portalen, Systemen, Apps und Plattformen mit Passwortgeschütztem Zugang geht mittlerweile ins Unendliche. Mit Passwörtern wie "Urlaub2022" oder "Sparkasse123" schafft man sich eine erhebliche Sicherheitslücke.
Um Passwörter mit ausreichender Länge und Komplexität zu speichern führt also kein Weg an einer Verwaltungs-App vorbei.

Mein Tool der Wahl, um Aufgaben und Ideen für meine Side-Projects zu verwalten, nutze ich eigentlich immer Trello. Für mich ist Struktur bei der täglichen Arbeit sehr wichtig. So kann ich Aufgaben priorisieren und entsprechend bearbeiten. Das ganze dann synchron auf dem Desktop und dem Handy, um die Liste überall aktuell zu halten.

Was ist deine Lieblingsapp? Welches Feature findest du besonders interessant?

Ich würde nicht sagen, es es eine Lieblingsapp gibt. Jedoch begeistern mich hier und da besondern die kleinen Features, die die User Experience positiv und einfach gestalten.
Hier erfreut mich täglich ein Feature bei Spotify.
Ein Klassiker ist der Doppelklick auf das Suchsymbol. Bei einem Doppelklick öffnet sich automatisch die Tastatur zur Eingabe in das Suchfeld. So spart sich der Nutzer den Klick in die Suchleiste. Das finde ich gut durchdacht, da es mit einem Smartphone zum Teil nicht so einfach ist mit dem Daumen die Displayfläche im oberen Drittel zu bedienen. Häufig sind es die "kleinen" Dinge, die den Unterschied machen. Gerade bei der App Entwicklung. Am Ende geht es darum eine Software zu entwickeln, die dem Nutzer ein positives Nutzererlebnis schafft. Keiner braucht Programme, die einem das Leben schwer machen. Daher freut es mich immer besonders, wenn Oberflächen dem Nutzer angepasst sind und man merkt, dass die EntwicklerInnen und GrafikerInnen vielleicht sogar einen Schritt weiter gedacht haben.

Ansonsten nutze ich eigentlich täglich Google Maps. Hiermit navigiere ich nicht nur, sondern nutze die Funktion mit Orte zu speichern und zu benennen. Auf meiner Karte ist auch kaum noch etwas zu erkennen! Es ist alles voll mit Fähnchen und Sternchen, da ich alle coolen Orte direkt ab speichere, um sie wieder zu finden.

Für schnelle Gerichte im Homeoffice kann ich die App Kpt'n'Cook empfehlen. Da mir doch an einigen Tagen die Inspiration fehlt nutze ich die einfachen Kochanleitungen per Smartphone.

Wir hörten davon, dass Programmierer*innen gerne nach der Arbeit weiter entwickeln. Hast du ein Side-Project? Wenn ja, erzähle uns davon.

Ich habe einige Side-Projects. Mein größtes ist eigentlich meine eigene App “Stansday”.

Mit Stansday kann man Trainingspartner für verschiedene Sportarten finden, eigene Clubs gründen und Routen zum Wandern oder Radfahren planen.

Das Projekt ist aus einer kleinen Idee entstanden, da ich selber nach Leuten gesucht habe, mit denen ich Radfahren kann. Am Ende habe ich meine Masterarbeit grob gesagt über die Datenanalyse von Radsport-Trainingsfahrten zum Finden des perfekten Trainingspartners und Gründung eines Unternehmens geschrieben. In dem Zug habe ich parallel und für die Masterarbeit die App entwickelt und veröffentlicht.

Nebenbei habe ich auch eine Leidenschaft für Grafikdesign und erstelle meine eignen Poster, die ich auch online verkaufe.

  • Ich finde, bei Side-Projects lernt man einfach extrem viel, da man sich auch mit Technologien auseinandersetzt, die man vielleicht nicht täglich in der Arbeit nutzt. So erweitert man nicht nur seine eigenen Skills, sondern kann diese auch perfekt in der Arbeit einbringen, wenn es z. B. bei Entscheidungen neuer Technologien geht.

Die Welt der Entwicklung verändert sich schnell und fließend. Welche Entwicklungs-Trends kommen deiner Meinung nach im Jahr 2022 auf uns zu?

Momentan nutzen wir viele verschiedene Endgeräte. Sowohl Mobile als auch Desktop. Es gibt unterschiedliche Betriebssysteme und Plattformen. Ich würde sagen, der Trend zur Crossplattform-Entwicklung, also der Entwicklung einer Anwendung für mehrere verschiedene Betriebssysteme wird sich 2022 intensivieren.

  • Crossplattform-Entwicklung erreicht ein größeres Publikum, da man alle User erreicht und nicht nur z.B Android Nutzer anspricht.
  • Durch ein und denselben Code für unterschiedliche Plattformen oder Betriebssysteme wird die Entwicklung deutlich günstiger.
  • Frameworks für Cross-Platform Development basieren häufig auf weit verbreitete Programmiersprachen.

Weiterhin ist die Low-Code Entwicklung ein wichtiges Thema. Damit meine ich die Entwicklung mit geringem Programmieraufwand. Gerade in Zeiten von Homeoffice und digitaler Transformation. Nicht nur im Backend- sondern auch die Frontend-Seite wird es sich stärker entwickeln.

Bock auf Appentwicklung?